Wächst oder schrumpft Dresden?
−2.138
Einwohner verloren, 2025
stärkster Rückgang seit Beginn der ausgewerteten Datenreihe 2014 (571.510 statt 573.648)
3.882
Geburten 2025
39,6 Prozent weniger als 2016 — niedrigster Wert seit Beginn der Reihe 2014
−1.443
Saldo mit dem Umland, 2025
vier Jahre in Folge (2022–2025) verliert Dresden Einwohner an die Umlandgemeinden
Dresden hat 2025 rund 2.138 Einwohner verloren. Zum Jahresende lebten 571.510 Menschen in der Stadt, ein Jahr zuvor waren es 573.648. Das ist der stärkste Rückgang seit Beginn der ausgewerteten Datenreihe im Jahr 2014 — deutlicher als in den Jahren 2020 und 2021.
Dahinter steht keine plötzliche Entwicklung. Ein positiver Wanderungssaldo hatte das wachsende Geburtendefizit in den drei Vorjahren noch ausgeglichen. 2025 blieb dieser Ausgleich aus.
Immer weniger Kinder
2025 wurden in Dresden 3.882 Kinder geboren. 2016 waren es noch 6.424. Das ist ein Rückgang um 39,6 Prozent in neun Jahren — der niedrigste Wert seit Beginn der ausgewerteten Reihe 2014. Gestorben sind im selben Jahr 5.881 Menschen.
Damit liegt der Saldo aus Geburten und Sterbefällen bei minus 1.999. Negativ ist er nicht erst seit gestern: Seit 2020 sterben in Dresden in jedem Jahr mehr Menschen, als geboren werden — und der Abstand wächst. Es ist auch kein Randphänomen einzelner Viertel. In 48 der 61 Dresdner Stadtteile starben zwischen 2022 und 2025 mehr Menschen, als geboren wurden.
Der Zuzug, der das ausgeglichen hat
2022 wuchs Dresden um 8.171 Einwohner. Dieser Sprung fiel in die Zeit der Fluchtbewegung aus der Ukraine; der Wanderungssaldo mit dem Ausland lag allein in jenem Jahr bei plus 14.288. Welche Wirkung dieser Zuzug auf einzelne Segmente des Wohnungsmarkts hatte, lässt sich aus der Wanderungsstatistik allein nicht ableiten. Die Bevölkerungsbilanz hat er drei Jahre lang getragen.
Danach schmolz der Überschuss: plus 4.840 im Jahr 2023, plus 3.135 im Jahr 2024. Und 2025 fiel der Saldo auf minus 139 — erstmals im verfügbaren Vergleichszeitraum seit 2022 zog Dresden per Saldo keine Menschen mehr von außerhalb an. Was bleibt, ist das Geburtendefizit, und das wächst.
Das Umland zieht weiter
Ein Strom läuft dabei konstant. An seine Umlandgemeinden verlor Dresden 2025 netto 1.443 Einwohner, in den drei Jahren zuvor jeweils zwischen 1.452 und 2.933. Ein relevanter Teil der Abwanderung bleibt also in unmittelbarer Nähe der Stadt.
Nach unserer Beobachtung aus Verkaufsgesprächen — keine Statistik, aber seit Jahren dasselbe Muster — suchen vor allem Familien weiter, die in Dresden kein passendes oder bezahlbares Eigenheim finden: Das Haus mit Garten, das in der Stadt nicht erreichbar ist, findet sich in Radebeul, Ottendorf-Okrilla oder Bannewitz.
Was das für den Wohnungsmarkt bedeutet
Eine sinkende Einwohnerzahl senkt die Wohnungsnachfrage nicht automatisch im gleichen Maß. Entscheidend ist auch die Zahl der Haushalte: Werden Haushalte kleiner, kann der Wohnungsbedarf stabil bleiben oder sogar steigen, während die Einwohnerzahl fällt.
Aus den Bevölkerungsdaten lässt sich dennoch eine Veränderung der Nachfragebasis ablesen. 2025 entstand erstmals im verfügbaren Vergleichszeitraum kein zusätzlicher Nachfrageimpuls durch Bevölkerungswachstum — und die Abwanderung ins Umland hält an, besonders dorthin, wo Familien ein größeres oder bezahlbareres Angebot finden.
Welche Folgen das für Preise, Leerstand und einzelne Marktsegmente hat, hängt von Haushaltsentwicklung, Neubautätigkeit und Angebot ab. Die demografischen Zahlen allein erlauben keine Prognose fallender Immobilienpreise. Sie sprechen aber dafür, eine bequeme Annahme zu überprüfen: dass der Dresdner Absatzmarkt von selbst weiterwächst.
Die vollständige Auswertung aller 61 Stadtteile stellen wir Medien und Redaktionen auf Anfrage zur Verfügung, samt Zeitreihen und Grafiken; die offenen Ausgangsdaten der Stadt sind unter opendata.dresden.de abrufbar. Demografische Profile der Stadtteile sind frei zugänglich im Stadtteil-Vergleich auf unserer Website.
Wie sich Dresdens Einwohnerzahl verändert (Personen, jeweils zum Jahresende)
| Jahr | Geburten − Sterbefälle | Saldo mit außerhalb | = Veränderung |
|---|---|---|---|
| 2022 | −1.325 | +9.496 | +8.171 |
| 2023 | −1.773 | +4.840 | +3.067 |
| 2024 | −1.727 | +3.135 | +1.408 |
| 2025 | −1.999 | −139 | −2.138 |
Der starke Zuzug hat Dresdens wachsendes Geburtendefizit mehrere Jahre ausgeglichen. 2025 ist dieser Effekt ausgeblieben. Für den Wohnungsmarkt bedeutet das nicht automatisch sinkende Nachfrage, aber eine veränderte Nachfragebasis — vor allem bei Angeboten für Familien in Stadt und Umland.
Datenbasis & Methodik
Grundlage sind die offenen Bevölkerungs-, Geburten-, Sterbefall- und Wanderungsdaten der Landeshauptstadt Dresden (Kommunale Statistikstelle, Datenlizenz Deutschland – Namensnennung 2.0, abrufbar unter opendata.dresden.de), von uns je Stadtteil und Jahr aggregiert. Einwohnerstände: Bestand am Hauptwohnsitz zum 31. Dezember; die ausgewertete Reihe beginnt 2014. Die Veränderung der Einwohnerzahl setzt sich aus dem Saldo von Geburten und Sterbefällen und dem Wanderungssaldo mit Gebieten außerhalb Dresdens zusammen; Umzüge innerhalb der Stadt heben sich stadtweit exakt auf, die Gegenprobe geht in jedem Jahr exakt auf. Wanderungen über die Stadtgrenze weist die Stadt offen erst ab 2022 aus — Vergleichsaussagen zum Außensaldo beziehen sich daher auf 2022 bis 2025. Der hohe Zuzugsüberschuss 2022/2023 fiel in die Zeit der Fluchtbewegung aus der Ukraine; seine Wirkung auf einzelne Wohnungsmarktsegmente lässt sich aus der Wanderungsstatistik allein nicht ableiten. Angaben auf unseren Stadtteilseiten stammen aus der Bevölkerungsprognose der Stadt (Stichtag 30. Juni) und können in absoluten Ständen leicht abweichen.
Über Immobilienpartner Sachsen
Immobilienpartner Sachsen ist ein inhabergeführtes Dresdner Maklerunternehmen mit Fokus auf den Verkauf von Wohnimmobilien in Dresden und dem Umland. Als regionaler Verkaufsmakler verbinden wir persönliche Betreuung mit datengetriebenen Marktanalysen — von Bodenrichtwert-Langzeitreihen über die Bautätigkeit bis zur Stadtteil-Demografie. Diese eigenen Datenbestände sind die Grundlage unserer Marktreports und Pressemitteilungen. Mehr unter www.immobilienpartner-sachsen.de.
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