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Wohnraum-Stress-Index Dresden

Vier amtliche Kennzahlen, ein Wert je Stadtteil. Der Index zeigt, wo in Dresden Zuzug, Neubau, Bodenwert und Haushaltsgröße auseinanderlaufen — und wo eben nicht. Die Formel steht offen auf dieser Seite, jede Zahl lässt sich nachrechnen.

Datenstand 2020–202442 Stadtteile, 506.829 EinwohnerAmtliche Daten, offene Formel
Wohnraum-Stress-Index DresdenWohnungsmarkt Dresden StadtteileWohnungsnot DresdenBodenrichtwert Entwicklung DresdenNeubau Dresden Stadtteile

Welcher Dresdner Stadtteil hat den höchsten Wohnraum-Stress?

Löbtau — 77,5 von 100 Punkten im Dresdner Wohnraum-Stress-Index, vor der Neustadt (69,4) und Cotta (68,4). Der Index verrechnet vier amtliche Kennzahlen je Stadtteil: die Bevölkerungsbewegung und den Neubau der Jahre 2020 bis 2024, die Bodenrichtwert-Entwicklung von 2019 auf 2024 und den Anteil der Einpersonenhaushalte. Am entspanntesten ist Weixdorf mit 42,4 Punkten, der Median aller 42 erfassten Stadtteile liegt bei 53,3.

Der Index in vier Zahlen

77,5

Höchster Wert: Löbtau. Stärkster Bodenwertanstieg der Stadt (+91,3 % seit 2019) bei 61,7 % Einpersonenhaushalten.

42,4

Niedrigster Wert: Weixdorf. Kaum Zuzug und mit 28,9 % die kleinste Single-Quote aller erfassten Stadtteile.

53,3

Median über alle 42 Stadtteile. 8 Stadtteile liegen bei 60 Punkten oder darüber.

6.859

fertiggestellte Neubauwohnungen 2020–2024 in den erfassten Stadtteilen; in ganz Dresden waren es 10.170.

Was der Index misst

Vier Komponenten, jede einzeln normiert auf 0 bis 100 Punkte, dann gewichtet addiert. Zwei messen Mengen (Menschen und Wohnungen), eine den Preis, eine die Struktur der Haushalte. Alle vier stammen aus amtlichen Quellen — keine Schätzung, keine Umfrage.

30 %

Nachfragedruck

Bevölkerungsbewegung je 1.000 Einwohner und Jahr

Wanderungssaldo plus Geburten minus Sterbefälle — die vollständige Bilanz, nicht nur der Zuzug. Aus den fünf Jahreswerten geht das getrimmte Mittel ein: höchstes und niedrigstes Jahr gestrichen.

Mehr Zuwachs = höherer Stress

30 %

Angebotslücke

fertiggestellte Neubauwohnungen je 1.000 Einwohner und Jahr

Die einzige Größe, die den Druck tatsächlich senkt. Sie geht invers ein: Wo wenig gebaut wird, steigt der Indexwert.

Weniger Neubau = höherer Stress

25 %

Preisdynamik

Ø Bodenrichtwert Wohnbauland, Veränderung in Prozent

Stichtag 01.01.2019 gegen 01.01.2024, zonengewichtetes Mittel je Stadtteil. Der Bodenwert ist das Knappheitssignal, das im Preis sichtbar wird — deshalb etwas geringer gewichtet als Angebot und Nachfrage.

Stärkerer Anstieg = höherer Stress

15 %

Haushaltsstruktur

Anteil der Einpersonenhaushalte

Je kleiner die Haushalte, desto mehr Wohnungen braucht dieselbe Einwohnerzahl. Ein langsam wirkender Strukturfaktor, deshalb das kleinste Gewicht.

Mehr Singles = höherer Stress

Die Rangliste aller Stadtteile

Sortierbar nach jeder Spalte. Die Rang-Spalte zeigt immer den Indexrang, auch wenn Sie nach einer anderen Größe sortieren. Stadtteilnamen führen zur jeweiligen Verkaufsseite; steht unter dem Namen eine zweite Zeile, ist das der amtliche Gebietsname, unter dem die Statistik geführt wird.

Spaltenkopf anklicken, um nach dieser Spalte zu sortieren.

Dresdner Wohnraum-Stress-Index, 42 Stadtteile
0 = entspannt, 100 = angespanntje 1.000 Einw./Jahr, 2020–2024Wohnungen je 1.000 Einw./Jahr, 2020–2024Ø Wohnbauland 2019 → 2024Anteil 2025
1LöbtauLöbtau-Nord · Löbtau-Süd77,5+9,25,35+91,3 %61,7 %21.663
2NeustadtÄußere Neustadt (Antonstadt) · Innere Neustadt69,4+5,34,52+72,3 %63,8 %26.343
3Cotta68,4+3,81,34+57,5 %57,6 %11.371
4PieschenPieschen-Süd · Pieschen-Nord/Trachenberge67,10,02,02+73,0 %59,7 %24.694
5ProhlisProhlis-Nord · Prohlis-Süd63,9+7,12,04+33,3 %57,6 %15.870
6Strehlen62,2+2,82,06+50,1 %55,9 %11.288
7Leuben61,8+6,02,53+38,1 %56,0 %12.736
8Mickten60,2+11,66,60+44,0 %54,7 %13.971
9Großzschachwitz59,4-1,10,26+46,7 %53,5 %6.196
10Reick57,4+14,85,14+9,9 %53,4 %5.605
11StriesenStriesen-Ost · Striesen-Süd · Striesen-West57,0+1,61,49+37,1 %53,6 %40.940
12JohannstadtJohannstadt-Nord · Johannstadt-Süd56,6+10,57,06+37,8 %57,3 %26.129
13Trachau55,9-0,51,13+45,2 %50,0 %9.772
14DobritzSeidnitzSeidnitz/Dobritz55,3-1,01,51+35,5 %59,2 %13.077
15GorbitzGorbitz-Süd · Gorbitz-Ost · Gorbitz-Nord/Neu-Omsewitz54,7+2,52,02+22,8 %58,8 %22.207
16CoschützGitterseeCoschütz/Gittersee54,6-2,40,88+48,3 %49,1 %5.471
17Kaditz54,3+2,54,26+46,1 %54,8 %5.631
18TolkewitzTolkewitz/Seidnitz-Nord54,2-2,00,93+41,6 %52,0 %11.224
19Lockwitz53,9+11,55,41+46,6 %31,2 %7.428
20KleinpestitzKleinpestitz/Mockritz53,6-1,60,19+35,4 %49,4 %7.355
21Naußlitz53,4+1,11,63+36,8 %47,9 %9.553
22CossebaudeCossebaude/Mobschatz/Oberwartha53,1+1,41,45+45,4 %38,8 %7.851
23GompitzAltfranken/Gompitz53,0+2,81,58+50,7 %31,1 %4.302
24Klotzsche52,9+3,12,99+37,2 %48,3 %14.701
25Briesnitz51,9-0,21,23+37,0 %45,9 %11.196
26Plauen51,7-2,50,93+36,6 %51,4 %11.338
27LangebrückLangebrück/Schönborn51,7+1,81,58+50,1 %31,8 %4.299
28Gruna51,7-2,60,72+32,2 %53,7 %12.980
29BühlauWeißer HirschBühlau/Weißer Hirsch51,1+1,61,40+36,5 %39,7 %11.317
30Laubegast50,1-6,60,74+46,2 %53,1 %11.857
31Leubnitz-Neuostra49,7+0,52,62+32,5 %50,3 %13.793
32SüdvorstadtSüdvorstadt-West · Südvorstadt-Ost49,7-5,61,39+41,8 %56,1 %23.153
33Blasewitz49,30,01,99+30,9 %48,2 %10.141
34Niedersedlitz49,0-0,71,82+41,9 %40,9 %6.060
35LoschwitzLoschwitz/Wachwitz47,6+0,52,34+37,8 %40,0 %5.716
36HellerauHellerau/Wilschdorf47,4+5,23,04+29,8 %34,2 %6.392
37Weißig47,1-2,82,28+37,6 %49,5 %5.534
38RäcknitzZschertnitzRäcknitz/Zschertnitz46,2-5,21,89+32,5 %56,2 %9.301
39Kleinzschachwitz43,7-2,71,71+34,5 %39,7 %8.316
40PillnitzHosterwitz/Pillnitz43,7-3,21,95+40,4 %38,7 %3.287
41Friedrichstadt43,0+2,811,54+58,7 %63,3 %10.868
42Weixdorf42,4-2,71,29+41,6 %28,9 %5.903

Anmerkungen zu einzelnen Zeilen

  • Löbtau, Neustadt, Prohlis, Reick, Friedrichstadt: Zwischen den beiden Bodenrichtwert-Stichtagen wurden Zonen geteilt oder zusammengelegt; die Veränderung ist dadurch unschärfer.
  • Prohlis, Strehlen, Südvorstadt, Friedrichstadt: Ein Einzeljahr weicht extrem ab (2020/21 Pandemie, 2022 Fluchtbewegung). Der Wert ist getrimmt, ein Rest des Sondereffekts kann bleiben.
  • Prohlis, Reick, Friedrichstadt: Die Preisdynamik stützt sich auf weniger als vier Bodenrichtwertzonen und ist entsprechend fragil.
  • Prohlis: Ein Teilgebiet führt zum älteren Stichtag kein Wohnbauland und bleibt in der Preiskomponente außen vor.

Drei Befunde, die ich nicht erwartet hätte

Was in den Zahlen steht

  1. 1

    Der Stress sitzt nicht in den teuersten Lagen. Blasewitz trägt mit 678 €/m² zum Stichtag 01.01.2024 einen der höchsten Bodenwerte der Stadt und landet auf Rang 33. Loschwitz folgt auf Rang 35. Angespannt ist stattdessen der Gründerzeitgürtel: Löbtau und Cotta im Westen, Pieschen im Nordwesten — drei der ersten vier Plätze.

  2. 2

    Wo gebaut wird, fällt der Index — sichtbar. Die Friedrichstadt hat einen der stärksten Bodenwertanstiege (+58,7 %) und mit 63,3 % fast die höchste Single-Quote der Stadt. Trotzdem steht sie auf Rang 41, dem vorletzten. Der Grund sind 627 fertiggestellte Neubauwohnungen in fünf Jahren, 11,54 je 1.000 Einwohner und Jahr — mehr als das Sechsfache des Medians.

  3. 3

    Zuzug allein erzeugt keinen Stress. Reick hat mit +14,8 je 1.000 Einwohner den stärksten Zuwachs aller Stadtteile und kommt trotzdem nur auf Rang 10, weil dort gleichzeitig gebaut wurde. Am anderen Ende: In Kleinpestitz entstanden in fünf Jahren 7 Neubauwohnungen — bei 7.355 Einwohnern.

Für Eigentümer ist vor allem der zweite Befund praktisch verwertbar: Ein hoher Bodenwertanstieg im eigenen Stadtteil sagt für sich genommen wenig über die Verkaufslage. Erst zusammen mit der Neubauzahl wird daraus eine Aussage.

Was die Zahl nicht kann

Ein Index, dessen Schwächen man nicht kennt, ist gefährlicher als gar keiner. Deshalb hier vollständig, was dieser nicht leistet.

  • Er misst Anspannung, nicht Preisniveau

    Ein hoher Wert heißt: Nachfrage und Angebot laufen auseinander. Er heißt nicht, dass der Stadtteil teuer ist. Die teuersten Lagen Dresdens liegen im Mittelfeld, weil dort weder viel zugezogen noch viel gebaut wird.

  • Das Jahr 2022 verzerrt die Wanderungsdaten

    Die Fluchtbewegung aus der Ukraine schlug stadtweit auf die Wanderungssalden durch, konzentriert auf Stadtteile mit Gemeinschaftsunterkünften und leerem Plattenbaubestand. Das getrimmte Mittel entfernt den Ausreißerjahrgang. Ein Verdachtsfall bleibt trotzdem: Prohlis steht auf Rang 5, obwohl der Stadtteil die größte Wohnungsreserve der Stadt hat. Die Zuzüge der Jahre danach dürften zu einem Teil weiter Unterbringung sein und nicht privater Wohnungsmarkt. Wer den Index zitiert, sollte diese Zeile mit dem Vorbehalt zitieren.

  • Die Innere Altstadt fehlt

    Der Gutachterausschuss führt dort ausschließlich Zonen für gemischte Baufläche, kein Wohnbauland. Die Preiskomponente wäre nicht vergleichbar berechenbar, deshalb steht die Innere Altstadt (3.133 Einwohner) außerhalb der Wertung statt mit einer Ersatzzahl darin.

  • Neun statistische Stadtteile sind nicht erfasst

    Der Index deckt 506.829 der 571.510 Dresdner ab. Nicht enthalten sind Gebiete ohne eigene Stadtteilseite, überwiegend die inneren Vorstädte und Albertstadt: Albertstadt, Gönnsdorf/Pappritz, Innere Altstadt, Leipziger Vorstadt, Pirnaische Vorstadt, Radeberger Vorstadt, Schönfeld/Schullwitz, Seevorstadt-Ost, Wilsdruffer Vorstadt/Seevorstadt-West.

  • Der Wohnungsleerstand fehlt als Komponente

    Er wäre die direkteste Stressgröße überhaupt. Für die Dresdner Stadtteile liegt er kleinräumig nicht vor — anders als für die Umlandgemeinden, wo der Zensus 2022 ihn je Gemeinde ausweist. Die Angebotsseite ist deshalb über den Neubau abgebildet.

  • Drei Preisreihen stehen auf dünner Basis

    In Reick, Prohlis und der Friedrichstadt stützt sich die Bodenrichtwert-Veränderung auf weniger als vier Zonen. Diese Zeilen sind in der Tabelle markiert. Reick ist der Extremfall: zwei Zonen zum älteren Stichtag, drei zum jüngeren.

  • Vier Zeilen fassen je zwei Stadtteile zusammen

    Coschütz und Gittersee, Seidnitz und Dobritz, Bühlau und Weißer Hirsch sowie Räcknitz und Zschertnitz führt die Statistik gemeinsam. Getrennte Zeilen mit identischen Zahlen wären eine Scheingenauigkeit.

Zum Nachrechnen

Jede Komponente wird über alle 42 Stadtteile per Min-Max auf 0 bis 100 Punkte gestreckt: Der niedrigste Rohwert bekommt 0, der höchste 100, alles dazwischen linear. Bei der Angebotslücke ist die Skala umgedreht. Danach:

Index = 0,30 · Nachfrage + 0,30 · Angebot + 0,25 · Preis + 0,15 · Haushalte
KomponenteRohgrößeFensterGewicht
NachfragedruckBevölkerungsbewegung je 1.000 Einwohner und Jahr2020–202430 %
Angebotslückefertiggestellte Neubauwohnungen je 1.000 Einwohner und Jahr2020–202430 %
PreisdynamikØ Bodenrichtwert Wohnbauland, Veränderung in Prozent01.01.2019 → 01.01.202425 %
HaushaltsstrukturAnteil der Einpersonenhaushalte202515 %

Ein Beispiel: Löbtau, Rang 1

Nachfrage +9,2 je 1.000 Einwohner ergibt 73,6 Punkte, Neubau 5,35 je 1.000 ergibt 54,5 Punkte (invers), Bodenwert +91,3 % ergibt 100,0 Punkte, Einpersonenhaushalte 61,7 % ergeben 94,0 Punkte. Gewichtet: 0,30 · 73,6 + 0,30 · 54,5 + 0,25 · 100,0 + 0,15 · 94,0 = 77,5.

Gegenprobe

Die Summe der fertiggestellten Neubauwohnungen über alle statistischen Stadtteile ergibt für 2020–2024 genau 10.170 Wohnungen — denselben Wert, den die Stadtstatistik als Gesamtzahl ausweist. Stimmen beide nicht überein, bricht der Generator ab, statt eine Tabelle zu erzeugen.

Quellen

  • Bevölkerung, Wanderung, Geburten und Sterbefälle sowie Einpersonenhaushalte: Kommunale Statistikstelle der Landeshauptstadt Dresden, OpenData-Portal, Stand 2025.
  • Fertiggestellte Neubauwohnungen und Bauüberhang: Statistische Mitteilungen „Bauen und Wohnen 2024“, Kommunale Statistikstelle der Landeshauptstadt Dresden, Datenbasis Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen.
  • Bodenrichtwerte: Gutachterausschuss für Grundstückswerte Dresden (Landeshauptstadt Dresden, Kommunale Statistikstelle), Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – Version 2.0 (dl-de/by-2-0).

Wer nur die Bodenwerte selbst sehen will — Niveau, Spanne und Verlauf je Stadtteil seit 1992 —, findet sie auf der Bodenrichtwert-Seite für Dresden. Das ist eine Preisübersicht mit einem einzigen Indikator. Der Wohnraum-Stress-Index beantwortet eine andere Frage und nutzt den Bodenwert nur als eine von vier Zutaten.

Zitieren erwünscht

Der Index darf mit Quellenangabe frei zitiert und weiterverwendet werden: „Dresdner Wohnraum-Stress-Index, Immobilienpartner Sachsen“. Für Redaktionen liefere ich die Rohwerte auf Anfrage als Tabelle, inklusive der Jahreswerte hinter der Nachfragekomponente.

Was heißt das für Eigentümer?

Die praktische Frage ist nicht, ob Ihr Stadtteil oben oder unten steht, sondern welche der vier Komponenten ihn dorthin bringt. Ein hoher Wert aus Preisdynamik und knappem Neubau ist eine gute Verkaufslage. Ein hoher Wert, der überwiegend aus Zuzug in einen Stadtteil mit Wohnungsreserve stammt, ist keine.

In Verkaufsgesprächen erlebe ich beides regelmäßig: Eigentümer im Westen, die ihre Lage unterschätzen, weil sie sie an Blasewitz messen — und Eigentümer in Randlagen, die aus einer Schlagzeile über steigende Bodenwerte den falschen Schluss ziehen.

Konkret weiter geht es bei den Verkaufsseiten: Haus verkaufen in Dresden, Wohnung verkaufen in Dresden, Immobilienmakler in Dresden. In der Tabelle oben führt jeder Stadtteilname direkt auf die Verkaufsseite des jeweiligen Viertels.

Geprüft & vertrauenswürdig

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Häufig gestellte Fragen

Welcher Dresdner Stadtteil hat den höchsten Wohnraum-Stress-Index?
Löbtau mit 77,5 von 100 Punkten. Dahinter folgen die Neustadt (69,4), Cotta (68,4) und Pieschen (67,1) — drei Gründerzeitviertel plus die Neustadt. Acht der 42 erfassten Stadtteile erreichen 60 Punkte oder mehr, der Median liegt bei 53,3, das Schlusslicht Weixdorf bei 42,4.
Warum steht die Friedrichstadt trotz stark steigender Bodenwerte auf dem vorletzten Platz?
Weil dort gebaut wird. In der Friedrichstadt wurden zwischen 2020 und 2024 insgesamt 627 Neubauwohnungen fertiggestellt, das sind 11,54 je 1.000 Einwohner und Jahr — mehr als das Sechsfache des Dresdner Stadtteil-Medians von 1,85. Die Angebotskomponente geht mit 30 Prozent invers in den Index ein und drückt den Wert der Friedrichstadt trotz eines Bodenwertanstiegs von 58,7 Prozent auf Rang 41.
Wie ist der Wohnraum-Stress-Index gewichtet und lässt er sich nachrechnen?
Index = 0,30 mal Nachfragedruck + 0,30 mal Angebotslücke + 0,25 mal Preisdynamik + 0,15 mal Haushaltsstruktur. Jede Komponente wird vorher per Min-Max über alle 42 Stadtteile auf 0 bis 100 Punkte gestreckt, die Angebotslücke mit umgekehrter Skala. Rohwerte, Punktwerte und die fünf Jahreswerte hinter der Nachfragekomponente stehen in der Rangliste beziehungsweise in der Datendatei — die Rechnung ist Schritt für Schritt nachvollziehbar.
Warum fehlt die Innere Altstadt in der Rangliste?
Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte führt in der Inneren Altstadt ausschließlich Bodenrichtwertzonen für gemischte Baufläche, kein Wohnbauland. Die Preiskomponente wäre dort nicht vergleichbar zu den übrigen Stadtteilen. Deshalb steht die Innere Altstadt mit ihren 3.133 Einwohnern außerhalb der Wertung, statt mit einer Ersatzzahl in der Tabelle zu stehen.
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