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Immobilien in Kamenz verkaufen

Kamenz liegt 35,4 Kilometer nordöstlich der Dresdner Innenstadt im Landkreis Bautzen und ist mit 17.201 Einwohnern die größte Stadt im Nordosten des Rings, den ich betreue. Die entscheidende Zahl für Eigentümer ist keine Preisspanne, sondern eine Differenz: 10,3 Prozent Leerstand in der Kernstadt, 2,5 Prozent und weniger in den Ortsteilen. Kamenz ist kein Markt, sondern zwei.

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Wie ist der Immobilienmarkt in Kamenz einzuschätzen?

Kamenz trägt zwei Märkte in einer Stadt. In der Kernstadt liegt der Leerstand bei 10,3 Prozent und die Eigentümerquote bei 47 Prozent, in den Ortsteilen steht praktisch nichts leer, etwa in Gelenau bei einer Eigentümerquote von 89,3 Prozent. Häuser bewegen sich zwischen 1.500 und 2.100 Euro je Quadratmeter, und welche Zahl gilt, entscheidet die Adresse innerhalb der Stadt.

Lageprofil: Eine Kernstadt und 18 Dörfer

Die Stadt besteht aus dem historischen Kern und 18 Ortsteilen, von Jesau mit 1.972 Einwohnern bis Rohrbach mit 37. Der Kern trägt 10.286 Einwohner und damit knapp 60 Prozent der Stadtbevölkerung, verteilt auf 1.828 Wohngebäude. Diese Rechnung allein sagt schon viel: In der Kernstadt wohnen im Schnitt 5,6 Menschen je Gebäude, in den Ortsteilen sind es 2,3. Der Kern hat Geschosswohnungsbau, die Dörfer haben Einfamilienhäuser.

Kamenz war bis zur Kreisreform 2008 Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises. Aus dieser Zeit stammt ein Bestand an Verwaltungsgebäuden und größeren Wohnhäusern, der für eine Stadt dieser Größe ungewöhnlich ist und der den Leerstand in der Kernstadt bis heute prägt. Die Innenstadt ist dabei intakt geblieben, sie trägt die Klosterkirche St. Annen, das Lessing-Museum und den Hutberg mit seinem Rhododendronpark.

Was ich hier beobachte: Eigentümer aus den Ortsteilen unterschätzen ihre Position regelmäßig, weil sie die Leerstandsmeldungen aus der Kernstadt auf sich beziehen. Ein gepflegtes Haus in Gelenau, Deutschbaselitz oder Bernbruch hat mit dem Wohnungsmarkt in der Kamenzer Innenstadt nichts zu tun. Umgekehrt gilt das genauso: Wer ein Mehrfamilienhaus im Kern besitzt, sollte nicht mit den Dorfquoten argumentieren.

Marktdaten: Preisspannen im Kamenzer Raum

Eigentumswohnungen1.300–1.900 €/m²
Häuser1.500–2.100 €/m²
Baugrundstücke60–130 €/m²
MehrfamilienhäuserKaufpreisfaktor 10–13

Das sind die marktüblichen Bandbreiten der Preiszone Kamenz, Stand 2026. Sie liegen deutlich unter dem nahen Dresdner Umland, wo Häuser 2.200 bis 2.900 Euro erreichen. Die Ursache ist die Entfernung: Bei 35,4 Kilometern zur Dresdner Innenstadt endet die Pendlerlogik, die im 15-Kilometer-Ring die Preise trägt.

Über die gesamte Stadt liegt die Eigentümerquote bei 63,6 Prozent und der Vorkriegsanteil bei 48,6 Prozent. Von den 8.903 Privathaushalten wohnt gut ein Drittel zur Miete, und dieser Mietmarkt konzentriert sich fast vollständig auf die Kernstadt. Für die Bewertung heißt das: Der Ertragswert eines Mehrfamilienhauses hängt hier stärker vom tatsächlichen Vermietungsstand ab als vom Gebäudezustand, weil ein Anleger bei zweistelligem Leerstand im Umfeld konservativ kalkuliert.

Typische Immobilien in Kamenz

Dreiseithöfe und Bauernhäuser in den Ortsteilen.

Das prägende Objekt außerhalb des Kerns, oft mit Scheune, Stallgebäude und 1.500 bis 4.000 Quadratmetern Grund. Wiesa und Schwosdorf tragen mit 66,2 und 86,4 Prozent Vorkriegsanteil die ältesten Bestände.

Einfamilienhäuser der 1990er und 2000er Jahre.

Vor allem in Jesau, wo der Vorkriegsanteil bei nur 20,8 Prozent liegt, und in Biehla mit 23,3 Prozent. Diese Häuser sind im Verkauf die unkomplizierteste Ware der Stadt, weil Energiewerte und Haustechnik keine offenen Fragen aufwerfen.

Altbauten in der Kamenzer Innenstadt.

53,1 Prozent des Kernstadtbestands stammen aus der Zeit vor 1949. Bei diesen Objekten entscheidet der Sanierungsstand fast alles, die Spanne zwischen einem durchsanierten und einem unsanierten Haus ist hier größer als der gesamte Preiskorridor.

Mehrfamilienhäuser mit Vermietungsrisiko.

Bei Faktoren von 10 bis 13 und 10,3 Prozent Leerstand im Umfeld ist die Mieterliste das wichtigste Verkaufsdokument. Ein voll vermietetes Haus mit belastbaren Mietverträgen verkauft sich, ein halb leeres wird zum Sanierungsobjekt heruntergehandelt.

Wer kauft in Kamenz?

Familien aus Kamenz und dem Umkreis.

Die stärkste Gruppe, und sie sucht gezielt in den Ortsteilen. Bei Eigentümerquoten von 82,8 Prozent in Bernbruch oder 87,2 Prozent in Deutschbaselitz kommt wenig an den Markt, deshalb warten diese Käufer teilweise Jahre auf ein passendes Objekt und reagieren schnell.

Rückkehrer aus Dresden und den alten Bundesländern.

Menschen mit Wurzeln in der Lausitz, die im Ruhestand oder mit dem Wechsel ins Homeoffice zurückkommen. Für sie ist der Preisabstand zu Dresden das Argument, ein Haus in Kamenz kostet bei gleicher Fläche oft die Hälfte.

Käufer aus Bautzen und Hoyerswerda.

Kamenz konkurriert nicht nur mit Dresden, sondern auch nach Osten. Bautzen liegt in derselben Preisregion, Hoyerswerda darunter. Wer aus Hoyerswerda nach Kamenz zieht, zahlt bewusst mehr für Lage und Infrastruktur.

Selbstnutzer für Wohnungen, seltener Kapitalanleger.

In der Kernstadt kaufen überwiegend Menschen, die selbst einziehen. Anleger prüfen hier länger, weil der Leerstand im Umfeld ihre Renditerechnung belastet.

Kamenz im Vergleich

Gegenüber Pulsnitz, zehn Kilometer näher an Dresden, hat Kamenz die größere Infrastruktur und die schwächere Pendlerlage. Pulsnitz erreicht mit 4,0 Prozent Leerstand einen besseren Wert als der Kamenzer Stadtdurchschnitt, liegt bei der Eigentümerquote mit 67,1 Prozent aber nur wenig darüber. Der Unterschied liegt weniger im Preisniveau als in der Struktur: Pulsnitz ist kleinteiliger, Kamenz hat den größeren Wohnungsbestand.

Nach Osten grenzt der Kamenzer Markt an Bischofswerda mit 7,5 Prozent Leerstand und 60,5 Prozent Eigentümerquote, nach Süden an Ottendorf-Okrilla, das mit 15,3 Kilometern zu Dresden in einer völlig anderen Nachfragesituation steht und dort 1,2 Prozent Leerstand erreicht. Eine Übersicht aller Umlandorte bietet die Regionsseite.

Wenn Sie in Kamenz ein Haus verkaufen wollen, finden Sie Zustandsstufen, Käufergruppen und Strategie unter Haus verkaufen in Kamenz. Eine erste Größenordnung gibt der Immobilienwert-Rechner.

Was kostet eine Immobilie in Kamenz?

Zur groben Orientierung — der konkrete Wert hängt immer vom Einzelobjekt ab. Aktuelle Marktspannen:

Eigentumswohnungen (Bestand)
1.300–1.900 €/m²je nach Lage & Zustand
Einfamilienhäuser
1.500–2.100 €/m²je nach Lage & Zustand
Baugrundstücke
60–130 €/m²je nach Lage & Zustand
Mehrfamilienhäuser (Kaufpreisfaktor)
10–13
Maklerprovision
je 3,57 %Käufer & Verkäufer, inkl. MwSt.

Stand: 2026 · Quelle: Inhaber-kalibrierte Marktdaten auf Basis aktueller PDF-Marktreports · Preiszone Kamenz

Wie ist der Immobilienbestand in Kamenz strukturiert?

Wer in einer Gemeinde verkauft, verkauft immer in einen konkreten Bestand hinein. Diese Zahlen beschreiben ihn — amtlich erhoben, nicht geschätzt:

Einwohner
17.201
Privathaushalte
8.903
Wohngebäude
3.711
Selbstgenutztes Wohneigentum
63,6 %Anteil an allen Wohneinheiten
Leerstandsquote
6,7 %
Bestand vor 1949 errichtet
48,6 %Sanierungsbedarf und Denkmalthemen
Entfernung nach Dresden
35,4 kmLuftlinie ab Stadtzentrum
Landkreis
Bautzen

Stand: Zensus 2022 · Quelle: Zensus 2022, Gebäude- und Wohnungszählung (Statistisches Bundesamt)

Immobilienmakler in Kamenz

Wer hier verkauft, welche Preise erzielt werden und wie der Ablauf aussieht.

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Orte in der Nachbarschaft von Kamenz

Der Käuferkreis endet nicht an der Gemeindegrenze. Wer hier sucht, schaut sich in aller Regel auch diese Orte an:

Alle Orte im Dresdner Umland

Wie schneidet Kamenz im Vergleich ab?

Preisniveau, Eigentümerquote, Entfernung und Bausubstanz aller Gemeinden im 40-Kilometer-Ring um Dresden — im direkten Vergleich.

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Häufig gestellte Fragen

Warum ist der Leerstand in Kamenz so unterschiedlich verteilt?
Weil zwei verschiedene Bestände zusammengezählt werden. Die Kernstadt trägt 1.828 Wohngebäude mit hohem Mietwohnungsanteil und 10,3 Prozent Leerstand, sie war bis 2008 Kreisstadt und hat entsprechend Verwaltungs- und Geschosswohnungsbau. Die 18 Ortsteile sind Eigentümerdörfer mit Quoten zwischen 66 und 100 Prozent, dort liegt der Leerstand bei 2,5 Prozent und darunter. Wer den Stadtdurchschnitt von 6,7 Prozent auf sein eigenes Objekt anwendet, rechnet an der Realität vorbei.
Wie wirkt sich die Entfernung nach Dresden auf die Preise in Kamenz aus?
Spürbar. Mit 35,4 Kilometern Luftlinie liegt Kamenz am äußeren Rand des Dresdner Pendlerbereichs, deutlich weiter draußen als Ottendorf-Okrilla mit 15,3 Kilometern. Die Dresdner Nachfrage, die im nahen Umland Preise über 2.000 Euro trägt, kommt hier nur noch abgeschwächt an. Der Markt wird stärker von der Region selbst getragen, von Kamenzer Familien, von Käufern aus Bautzen und Hoyerswerda.
Welche Rolle spielt das sorbische Siedlungsgebiet für den Immobilienmarkt in Kamenz?
Für den Preis keine, für die Vermarktung durchaus. Kamenz gehört zum anerkannten sorbischen Siedlungsgebiet in Sachsen, die Ortsteile im Westen und Norden tragen zweisprachige Ortsschilder. Bei Käufern mit Wurzeln in der Region ist die Ortsbindung stark ausgeprägt, das führt zu vergleichsweise vielen Verkäufen im Bekanntenkreis und dazu, dass ein Dorfobjekt oft schon vor der ersten Anzeige einen Interessenten hat.
Gibt es in Kamenz einen Markt für Eigentumswohnungen?
Nur einen kleinen, und er ist auf die Kernstadt beschränkt. Die Spanne liegt bei 1.300 bis 1.900 Euro je Quadratmeter. Bei 10,3 Prozent Leerstand in der Kernstadt ist der Verkauf einer vermieteten Wohnung an einen Kapitalanleger schwieriger als im Dresdner Markt, weil der Anleger das Wiedervermietungsrisiko einpreist. Selbstnutzer zahlen hier zuverlässiger als Investoren.
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